Gesundheit von Kindern muss gezielt gefördert werden
Vor negativen Umwelteinflüssen schützen
"Kinder müssen rennen und toben können. Sie brauchen ausgewogenes Essen aber auch genügend Erholungs- und Ruhephasen. All das sind wichtige Grundlagen für eine gesunde Entwicklung von Kindern", sagt Karin Schreiner-Kürten, Diplom-Psychologin beim AOK‑Bundesverband. "Nur in einer gesunden Umwelt können gesunde Kinder heranwachsen."
Kinder sind den Umweltrisiken und deren gesundheitlichen Auswirkungen stärker ausgesetzt als Erwachsene. "Ihr Immunsystem funktioniert zum Beispiel noch nicht so gut wie bei Erwachsenen", so Psychologin Schreiner-Kürten. "Kinder brauchen daher einen besonderen Schutz vor negativen Umweltfaktoren." Trotz der Erfolge in der Umweltpolitik sind negative Umwelteinflüsse nach wie vor mit dafür verantwortlich, dass Kinder an Asthma, Allergien oder Neurodermitis erkranken. Nach Angaben der Bundesvereinigung für Gesundheit e.V. sind Kinder und Jugendliche die einzige Bevölkerungsgruppe in Deutschland, deren Gesundheitszustand sich in den vergangenen 20 Jahren spürbar verschlechtert hat. Das trifft besonders Kinder in schwierigen sozialen Verhältnissen.
Vorbeugend kann viel getan werden
Die Gesundheit von Kindern muss gezielt gefördert werden. "Vorbeugend kann viel getan werden, etwa in den Bereichen Stadtplanung, Lärmschutz und gesunde Ernährung", so Expertin Schreiner-Kürten. Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, Krankheiten vorzubeugen, etwa Herzkreislauferkrankungen und Krebs. "Essgewohnheiten, die in der Kindheit geprägt wurden, werden oft lange beibehalten", sagt Psychologin Karin Schreiner-Kürten. "Daher ist eine gesunde Ernährung von klein auf wichtig."
Optimierte Mischkost
Studien haben gezeigt, dass Kinder zu wenig Gemüse und Getreideprodukte essen und zu wenig trinken. Sie essen zu fetthaltig und zu viel Süßes. "Mit einer optimierten Mischkost ist es einfach, die Ernährung ausgewogen zu gestalten", so Karin Schreiner-Kürten. "Fünf am Tag" heißt die Devise für eine gesunde Ernährung. Für Kinder bedeutet das, sie nehmen fünf ausgewogene Mahlzeiten am Tag zu sich, zu denen es jeweils Obst und Gemüse gibt.
Für alle fünf Mahlzeiten pro Tag gilt: reichlich pflanzliche Lebensmittel, wie Getreideprodukte, Gemüse, Obst, Kartoffeln und reichlich Getränke wie Wasser oder mit Wasser verdünnte Säfte. Mäßig sollen Kinder tierische Lebensmittel, wie Milch, Käse, Fleisch und Wurst essen. Nur sehr sparsam dürfen fett- und zuckerreiche Lebensmittel wie Speisefette, Süßigkeiten und Gebäck verzehrt werden. "In der Gemeinschaft macht Kindern Essen mehr Spaß", sagt Psychologin Schreiner-Kürten, "deshalb sollten Familien mindestens einmal täglich gemeinsam essen." Generell mögen Kinder Gemüse lieber mundgerecht zerteilt und roh als gekocht. Vollkornbrot schmeckt ihnen besser aus feingemahlenem Vollkornmehl.
Zum Spielen brauchen Kinder Platz. "Doch gerade in Großstädten ist für den Bewegungsdrang von Kindern wenig Raum", sagt Karin Schreiner-Kürten. Fehlen die Freiräume für eigene Unternehmungen, tauchen viele Kinder lieber mit dem Computer oder vor dem Fernseher in virtuelle Welten ein. Die Folge: Kinder bewegen sich immer weniger. In Kombination mit unausgewogener Ernährung führt das schon in jungen Jahren zu Übergewicht. "Wichtig ist, dass Kinder sich in ihrem häuslichen Umfeld frei zum Spielen treffen können. Das geht nur, wo Bewegung und Spiel gefahrlos möglich sind", so Karin Schreiner-Kürten. "Kinder sollten auch an der Gestaltung ihrer Umwelt beteiligt werden."
Ruhe- und Erholungsphasen
Ebenso wichtig wie Toben und Rennen sind Ruhe- und Erholungsphasen. "Kinder müssen generell vor zu viel Lärm geschützt werden", so die AOK-Expertin. Studien haben gezeigt, dass bereits immer mehr Jugendliche unheilbare Innenohrschäden haben. Schon Kleinkinder können durch zu lautes Spielzeug in ihrer Hörentwicklung dauerhaft geschädigt werden.
Kindertrompeten, Trillerpfeifen, Knackfrösche, Feuerwerkskörper oder Spielzeugpistolen gehören nicht in die Nähe von Kinderohren. Auch ein ständig dröhnender Walk- oder Discman kann zu bleibenden Hörschäden führen. Eltern sollten von Anfang an regelmäßige Ruhe- und Erholungspausen mit ihren Kindern gestalten und so dazu beitragen, dass dieser wichtige Ausgleich bei den Kindern "dazugehört" und später von ihnen beibehalten wird.
Quelle: Linda.de / Storck Verlag
